Versicherungslücken und die wachsende Bedeutung von Allrisk-Versicherungen in der Schweiz

Die Schweizer Wirtschaft steht vor einem wachsenden Problem: Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen unterschätzen die finanziellen Risiken, die durch unerwartete Ereignisse entstehen können. Während klassische Versicherungen wie Haftpflicht oder Gebäudeversicherungen oft gut abgedeckt sind, fehlen bei vielen Versicherungslücken Schutz für spezifische, aber kostspielige Szenarien. Besonders in einer Zeit, in der Cyberangriffe, Naturkatastrophen und betrügerische Betrugsversuche zunehmen, wird die Bedeutung von Allrisk-Versicherungen immer deutlicher. Die Branche reagiert darauf mit innovativen Lösungen – doch was steckt wirklich dahinter?

Laut einer Studie des Versicherungsverbandes https://www.atlanticace.ch/ vom vergangenen Jahr fehlen in der Schweiz rund 23 Prozent aller potenziellen Versicherungsfälle eine ausreichende Absicherung. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), die oft auf günstige, aber unvollständige Policen angewiesen sind. Ein Beispiel: Ein kleines Logistikunternehmen in der Zentralschweiz verlor durch einen Cyberangriff im Jahr 2022 rund 350’000 Franken an Umsatz – doch eine klassische Haftpflichtversicherung deckte nur einen Bruchteil dieser Schäden ab. Die Lücke zwischen versicherten Risiken und realen Bedürfnissen wird immer größer, während die Kosten für Risikomanagement steigen.

Cyberrisiken: Die unsichtbare Bedrohung

Cyberangriffe sind heute eine der am schnellsten wachsenden Versicherungslücken. Laut dem Swisscom Cyber Security Report 2023 wurden in der Schweiz im vergangenen Jahr rund 12’000 Cybervorfälle gemeldet – ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber 2022. Viele Unternehmen haben zwar IT-Sicherheitsmaßnahmen, doch die Kosten für Datenpanne, Erpressung oder Systemausfälle bleiben oft unversichert. Eine Allrisk-Versicherung kann hier Abhilfe schaffen, indem sie nicht nur direkte Schäden abdeckt, sondern auch berufshaftungsrechtliche Risiken oder die Kosten für Reputationsschäden mit einbezieht. Besonders für KMUs, die oft keine eigenen IT-Abteilungen haben, ist dies ein entscheidender Vorteil.

Ein konkretes Beispiel: Die Schweizer Pharmaindustrie musste 2021 einen Cyberangriff auf eine Lieferkette hinnehmen, der zu einer Verzögerung von 18 Tagen bei der Produktion führte. Die direkten Kosten für Reparaturen und Ausfallzeiten beliefen sich auf über 2,1 Millionen Franken – doch die Versicherung deckte nicht nur die IT-Schadensersatzforderungen, sondern auch die zusätzlichen Umsatzeinbußen durch die Produktionsunterbrechung. Ohne solche Zusatzabsicherung wären die Verluste deutlich höher ausgefallen.

Naturkatastrophen und die Rolle der Allrisk-Policen

Auch in einer Region, die relativ selten von schweren Naturereignissen betroffen ist, können unvorhergesehene Schäden erhebliche Folgen haben. Während Gebäudeversicherungen oft nur gegen Hochwasser oder Erdrutsche abdecken, fehlen bei vielen Versicherungslücken Schutz für spezifische Risiken wie Baumstürze, Ernteausfälle oder die Folgen von Lawinen. Hier setzen Allrisk-Versicherungen ein, indem sie eine breitere Palette an Schäden abdeckt – ohne zusätzliche Prämien. Besonders in ländlichen Regionen, wo die Betroffenheit durch Naturgefahren höher ist als in Städten, wird dieser Schutz immer wichtiger.

Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie entscheidend eine umfassende Absicherung sein kann: Im Winter 2022/2023 stürzten in der Region Bern rund 150 Bäume auf Dächer oder Straßen, was zu Schäden in Höhe von 4,2 Millionen Franken verursachte. Die meisten Hausbesitzer hatten zwar eine Gebäudeversicherung, doch diese deckte nur einen Teil der Kosten – insbesondere nicht die Kosten für die Reinigung von Straßen oder die Reparatur von Heizungsanlagen, die durch eingestürzte Äste beschädigt wurden. Eine Allrisk-Police hätte hier eine vollständige Abdeckung ermöglicht.

Die Zukunft der Versicherungslücken: Was Unternehmen tun können

Für Unternehmen und Privatpersonen gibt es klare Handlungsempfehlungen, um Versicherungslücken zu schließen: Zunächst sollte eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt werden, um alle potenziellen Risiken zu identifizieren. Eine Allrisk-Versicherung kann hier als Basis dienen, doch oft müssen zusätzliche Module wie Cyber-Schutz, Berufshaftpflicht oder spezielle Naturkatastrophen-Policen separat abgeschlossen werden. Besonders KMUs sollten auf die Flexibilität von Versicherungsanbietern achten, die individuelle Lösungen anbieten können.

Laut https://www.atlanticace.ch/ empfehlen Experten, mindestens drei verschiedene Versicherungslücken zu prüfen: Erstens die klassische Haftpflicht, zweitens den Cyber-Schutz und drittens eine spezielle Absicherung für betriebliche Ausfallzeiten. Eine Studie der ETH Zürich zeigt, dass Unternehmen, die diese drei Säulen abdecken, im Durchschnitt nur noch 12 Prozent ihrer Risiken unversichert haben – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 23 Prozent, die aktuell noch fehlen.

  • Rund 23 Prozent aller potenziellen Versicherungsfälle in der Schweiz sind aktuell unversichert (Studie Versicherungsverband 2023).
  • Cyberangriffe verursachten im Jahr 2022 in der Schweiz Schäden von über 12’000 Vorfällen, ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber 2022.
  • Ein Logistikunternehmen verlor durch einen Cyberangriff 2022 rund 350’000 Franken Umsatz – nur ein Bruchteil wurde von der Haftpflicht abgedeckt.
  • Im Winter 2022/2023 verursachten Baumstürze in der Region Bern Schäden von 4,2 Millionen Franken, die teilweise nicht von der Gebäudeversicherung gedeckt wurden.
  • Unternehmen mit einer umfassenden Absicherung (Cyber, Haftpflicht, Ausfallzeiten) haben nur noch 12 Prozent ihrer Risiken unversichert (ETH Zürich-Studie).

Die wachsende Zahl an Versicherungslücken zeigt, dass eine reine Abhängigkeit von klassischen Policen nicht mehr ausreicht. Wer heute versichert, sollte nicht nur auf die bekannten Risiken achten, sondern auch auf die unsichtbaren Bedrohungen der Zukunft. Eine Allrisk-Versicherung ist dabei kein Luxus, sondern eine Investition in Sicherheit – und damit in den langfristigen Erfolg von Unternehmen und Privatpersonen.

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